Hallo isländisches Wetter.
Nach einem kurzen, unspektakulären Flug (damals ging das noch mit Airberlin) suchen wir direkt unseren Mietwagen. Die Enttäuschung ist erstmal groß: wir bekommen einen Dacia Duster. Nicht der sportliche, moderne Allrad, den wir uns gewünscht hatten… Aber da müssen wir jetzt durch, wird schon gut gehen. Reykjanes
Sachen in das Auto gepackt und los geht es in Richtung Norden zum zum kleinen Leuchtturmcafé von Garður. Bevor wir uns auch nur annähernd der rauen Landschaft Islands widmen können, packen wir (oder überwiegend ich) bibbernd die warmen Klamotten aus. Omas warme Stricksocken und meine Fleecejacke werden auf der Reise durch Island meine treusten Begleiter. Nicht mal auf Kaffee habe ich richtig Lust, es ist windig und kalt. Wir machen uns auf die Suche nach einer Unternehmung „im Warmen“ und werden in Njarðvik fündig. Das Wikinger-Museum Heimar ist klein, aber sehenswert. Wir betreten das Wikingerschiff Íslendingur und fühlen uns schon fast wie Wicky. Noch besser wird es aber in der Ausstellung „Schicksal der Götter“. Die Welt der nordischen Götter und ihre Sagen verbinden Avengers mit Herr der Ringe gespickt mit einer Brise Game of Thrones. Kein Wunder, dass die Menschen früher stundenlang um ein Lagerfeuer sitzen und erzählen konnten.
Langsam traut sich auch die Sonne durch die Wolken und wir wagen uns wieder nach draußen. Bei Hafnir besuchen wir die wenig spektakuläre Brücke zwischen den Kontinenten. Kann man machen, auslassen ist aber auch okay. Reykjanes

Spannender ist für uns die erste Piste, die uns näher an die Küste heranführt. Nach einem kleinen Spaziergang erreichen wir atemberaubende (mit Vogelkot übersähte) Steilklippen. Es ist schwer beeindruckend, mit welcher Kraft das Meer dort am Gestein nagt.

Bevor sich unser erster Tag auf Island zu Ende neigt, steht noch ein Geothermalgebiet auf dem Programm. Die Natur ist der Wahnsinn! Alles leuchtet in verschiedensten Farben. Aber ganz ehrlich? Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Stinkt nämlich auch ganz schön. Die heiße Quelle Gunnuhver und das gleichnamige Geothermalgebiet sind nach ihrer Bewohnerin, dem Geist Gunna benannt. Gunna trieb vor hunderten von Jahren ihr Unwesen. Eines Tages gelang es einem Pastor schließlich, Gunna zu überlisten und in die heiße Quelle zu stürzen. Wenn man genau lauscht, hört man noch heute ihre Schreie und manchmal, aber nur manchmal, verlässt sie nachts ihre Quelle…
